Es ist schon lange, lange her, wie lange weiß kein Ferkel mehr...
Tatsächlich liegen doch schon einige Wochen zwischen heute und meinem letzten Post und deswegen hab ich spontan mal beschlossen, nachdem mich die Kiddies seit neun Uhr nicht mehr schlafen lassen, das zu ändern.
Nun ja, eine Woche nach dem großen Fest hier in Chile, genauer gesagt am Freitag, dem 22. September, nahm mich dann freundlicherweise, nach umfangreichen Internet- und Telefonrecherchen, ein Freund hier an die Hand und besuchte mit mir ungefähr, ähm, lasst mich zählen,... also,... naja so um die 1 0 0 0 Sprachschulen im Zentrum von Santiago. Dabei wurde mir dann auch gleichzeitig beigebracht, wie ich mit Metro und Bus umzugehen habe, wobei Metro das kleinere Problem war, da ich da ja schon ausgedehnte Kenntnisse (Paris mit Opipi, London) besitze. Bus fahren ist allerdings DIE Herrausforderung, aber nachdem ich das jetzt jeden Tag machen muss, doch irgendwie einfach, doch ich greife vor...
Ich hatte also einen sehr netten und interessanten, wenn auch sehr anstrengenden Tag in Santiago. Im Endeffekt waren es, glaube ich, neun Institute mit sehr unterschiedlichen Angeboten und Preisen. Eine Geschichte wert ist das Goetheinstitut, eine deutsche Einrichtung. zuvor waren wir bei ausschließlich chilenischen Schulen und wurden immer sehr freundlich und herzliche begrüßt, bekamen alles nett erklärt etc. Als wir dann jedoch zum Goetheinstitut kamen und wir nicht wussten wohin, steckte ich mein Kopf in ein Zimmer und fragte vorsichtig, wo man sich denn anmelden könnte. Als Antwort bekam ich nur ein sehr genervtes "Hier jedenfalls nicht. Nächste Tür, das steht doch dran...!" (was nicht so war). Naja, nur soviel. Als kleine Zwischenanekdote zur deutschen Kühle und zum Vergleich, warum es mir hier so gut gefällt...
Naja, nach der Begrüßung und dem Preis war Goethe für mich schon ausgeschlossen, doch es stellte sich heraus, nachdem mir alles freundlicherweise umgerechnet wurde und ein Vergleich Preis je Stunde etc., dass das Goetheinstitut das billigste und beste Angebot war. Und nach einigen Anfragen und Mails meldete ich mich dort an.
Tja, und so kommt es, dass ich seit dem 4. Oktober jeden Tag um 6.45 Uhr aufstehe, mit María de la Luz zur Arbeit fahre, die Metro nehme und gegen halb neun fertig zum Unterricht bin. Wir haben dann von 10 bis 10.30 Uhr eine Pause und von 12 bis 12.15 Uhr und beenden den Tag um eins. Meine "Mitschüler" sind 12 Leute: 2 Koreaner (Ehepaar, beide Mitte 60), eine Russin, die aber deutsch spricht, weil sie einen deutschen Mann hat und die direkt neben mir sitzt und sehr nett ist (ebenfalls Mitte 60), ein Ungare (19, sieht aber aus wie 25 und ist sage und schreibe 2,05 m groß!), der aber auch Deutsch spricht, weil er einen deutschen Vater hat und in Deutschland studiert, eine Holländerin und sonst ungefähr sechs andere Deutsche (darunter ein weiterer Junge in meinem Alter, ein Mädchen 24 und eine aus dem Osten, die aber ziemlich nervig ist...).
Nunja, für mich ist der Unterricht erhlich gesagt zu einfach, weil ich ja schon vorgelernt habe und somit schon genau das gelernt habe, was wir behandeln. Allerdings kann ich dadurch den anderen immer helfen und erklären, denn unsere Lehrer sind Original Chilenen und sprechen kein Deutsch (oder tun zumindest so). Allerdings fehlt mir ja auch die Konversation und von daher ist der Kurs gut für mich, weil ich lerne zu sprechen, was ich mich mit Familie und Freunden noch nicht so traue.
Tja, ehrlich gesagt ist es auch sehr anstrengen für mich, denn nach dem Unterricht nehme ich den Bus nach Hause, der sage und schreibe eine Stunde fährt, dann bin ich gegen halb drei da, esse Mittag, kann mich noch fix umziehen oder ähnliches und muss auch schon um drei wieder los Kinder hüten... von da bin ich dann meistens erst gegen 7 oder halb 8 wieder zu Hause und viel zu erschöpft um irgendetwas anders zu machen als zu schlafen...
Ihr seht also, dass ich derzeit vollbeschäftigt bin und entschuldigt mich, wenn nicht sofort Antwort auf Mails oder Ähnliches erscheint.
Ich hab euch alle lieb, drück euch und sende beste, erschöpfte und müde, aber glückliche Grüße
Liza
Sunday, October 08, 2006
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