Tuesday, July 24, 2007

Allein in der trockensten Wüste der Welt

Ja, ich weiß, es kommt ein bisschen spät, aber wie sagt man, lieber spät als nie.
Und zwar war ich, wie die meisten wissen, vom 30.06.2007 bis 6.07.2007 eine Woche in San Pedro de Atacama und Umgebung.
Die Anfahrt war heftig, 24 h Bus ohne richtiges Bett, aber ich hatte Glück, denn meine anfängliche Sitzpartnerin verließ mich nach drei Stunden (halb vier nachmittags gings los, also war da noch nicht Schlafenszeit) und wurde auch nicht wiederbesetzt, sodass ich die ganze Nacht Beinfreiheit hatte und mich legen und setzen konnte, wie ich wollte.
Fast hätte ich ja aufgrund von Freunden, die mich (viel zu spät) zu Station brachten, den Bus verpasst, aber weil man in Chile generell die Pünktlichkeit nicht so ernst nimmt, hatte ich (und besonders sie, denn sonst hätten sie mich persönlich fahren müssen) Glück.
Naja, angekommen, sah es erstmal sehr verlassen aus und ich wusste gar nicht wohin ich mich wenden sollte, da wurde ich auch schon bei der Hand genommen und zum nächsten Hostal gebracht, wo ich auch gleich blieb.
Den Nachmittag (ich kam dort gegen 3 Uhr nachmittags an), verbrachte ich mich mit dem Mini-Dorf vertraut zu machen, schaute mir die Läden an (alles sehr auf Touristen ausgelegt, aber trotzdem urig und schön), lief durch die Lehmstraßen, aß Eis und ging ins Museum.
Ich traf auch einige Leute mit denen ich mich unterhielt, doch als ich mein Bett sah, fiel ich wie tot hinein.
Nun ist es so, wie man weiß, dass es in Wüsten tagsüber sehr heiß ist und nachts ziemlich ziemlich kalt und so war es auch dort. Ich meine man hatte mich so darauf eingestellt, dass ich dort fast erfrieren würde und dann gab es in meinem Zimmer einen riesigen Spalt zwischen den Fenstertüren (den ich daraufhin mit einem Pulli zutackerte), ohne Heizung und ich hatte genau zwei Decken als Zudecke (in Santiago habe ich vier)...
Naja, ich erfor nicht, klaute mir aber den nächsten Tag aus einem unbenutzten Zimmer noch eine Decke und von da an, war es noch besser ;)
Den ersten Tag, Montag, ging es ins Valle de la Luna (Tal des Mondes), wo wir uns zuerst zum Valle de la Muerte ( Tal des Todes) begaben, schöne Fotos machten, noch einen Aussichtspunkt besuchten, von wo man einen super Blick über das Tal hatte und dann ging es in eine Salzkordillere, also in ein Wegestal mit unglaublich hohen Wänden aus Salz auf beiden Seiten, was mich persönlich sehr beeindruckt hat. Es sah aufgrund des Salzes aus, als läge Schnee, aber dem war natürlich nicht so.
Danach, so gegen sechs, halb sieben Uhr abends, ging es dann in DEN Touristenpunkt überhaupt, direkt im Mondtal, der Düne. Eine Düne, die sich zwischen zwei "Bergen" erstreckt und erstmal hochkommen muss um sich dann für eine der beiden Seiten zu entscheiden, von wo man den Sonnenuntergang beobachten kann.
Ich, wie alle aus meiner Gruppe, nahm den Rat des Führers an, war aber ein bisschen enttäsucht, sodass ich als einzige der Gruppe noch zur anderen Seite hechtete (mit beträchtlichen Aufwand, denn die Düne ist wie eine auf dem Rücken liegende Mondsichel - man muss also nochmals beträchlich "klettern"), sodass ich mich im Endefekt verspätete und alle bereits auf mich warteten, aber ich denke es hat sich gelohnt.
Dienstag hatte ich geplant in den Salar de Atacama zu fahren, der Salzwüste, allerdings wurde mir eine halbe Stunde vorher abgesagt, weil wohl sehr viele Touristen San Pedro verließen und es keine Nachfrage mehr gab. So hatte ich den Tag nichts zu tun und gab mich mit drei Büchern zufrieden - eins auf Spanisch, eins auf Deutsch und eins auf Englisch (was mir am besten gefallen hat, es hieß "Shoot the Moon") - also sehr international ;)
Den nächsten Tag ging es sehr früh raus für mich - und zwar ab drei Uhr morgens.
Zum Tatio Geysir.
Von San Pedro ging es zwei Stunden über eine schlechte Sandstraße hoch in die Berge, wo wir gegen sechs Uhr und -10°C ankamen und losgeschickt wurden das Geysirplateau (was außerdem ein Vulkankrater war) anzuschauen und Photos zu machen.
Gegen sieben gab es dann Frühstück, wo die Führer/Fahrer ganz clever Milch und Kakao in Tetrapaks in den heißen Quellen erwärmten, was mich sehr an Opa Volker erinnerte, dem das gut gefallen hätte ;)
Ich hatte mir, da mir das erzählt wurde, meinen Bikini untergezogen, lief aber die ganze Zeit mit Schal, Handschuhen und Mantel rum und fragte mich, wo man denn bei der Eiseskälte und den kleinen Fontänslöchern (man würde sich ja sofort verbrennen) baden könnte.
Naja, die Antwort kam. Wir fuhren ein Stück entfernt zu extra angelegten Teich, mit dampfenden Geysirwasser, wo ich natürlich gleich die erste mit dabei war :)
Nachdem die Sonne aufgegangen war, herrschten dort auch so ungefähr 7°C, sodass ich nach dem Bad so aufgehitzt war, dass man nun kaum mehr mit Mantel rumlaufen konnte.
So gegen acht Uhr verließen wir das Hochplateau, was auf ungefähr 4000m lag und man schon merkte, wie es einem an die Substanz ging - besonders nach dem heißen Bad.
Dann ging es in ein Dorf, wo das Schild zwar von 40 Einwohner sprach, aber vielleicht 10 Hütten standen - Machuca (gesprochen: Matschuka). Uns wurde dann gesagt, dass dort im Sommer 12 und im Winter ganze 6 Einwohner leben :)
Wir machten dort Halt, bevor es letztendlich ganz zurück nach San Pedro ging.

Nachmittags (ohne Schlaf, leider), ging es dann für mich weiter - Salar de Atacama, endlich!
Außer mir waren noch drei Mexikaner dabei (um die 23 Jahre) und ich hatte den gleichen Füher, den wir auch zu den Geysiren hatten und mit dem ich mich sehr gut verstanden hatte.
Zuerst ging es ins Dörfchen Toconao, wo wir Freundschaft mit einigen Lamas schlossen, dann gings weiter, ganz in der Nähe, zu einer riesigen Erdspalte, dem Valle der Jere, in dem sich, im Laufe der Jahre, eine Oase mit Fruchtbäumen gebildet hatte.
Und danch gings dann endlich zum Salzsee, berühmt für seine schönen Sonnenuntergänge und Flamingos.
Einen schönen Sonnenuntergang hatten wir, aber die blöden Flamingos wollten partout nicht hineinfliegen, die faulen Säcke.
Das ganze Salz war schon ganz schön beeindruckend...
Den nächsten Tags gings wieder früh raus und zwar - Überraschung, Überraschung - nach Bolivien. Das hatte ich die ganze Woche versucht zu planen und immer fehlte eine Person, doch als ich vom Salar zurückkam, empfing mich ein freudiger Reiseveranstalter und da wusste ich Bescheid.
Gegen acht Uhr morgens trafen wir uns alle, auch die, die für 3 oder mehr Tage nach Bolivien wollten, und fuhren alle im Minibus los. Zuerst gings natürlich zur Passkontrolle, was mir ein wenig Angst machte, weil ich ja solche Probleme mit meinem Visum und allem gehabt hatte, doch alles ging gut.
Dann fuhren wir weiter, wir mussten knapp 2000m überwinden, denn San Pedro liegt auf 2400m über dem Meeresspiegel und wir mussten auf eine Höhe von 4000m.
Dort wurden wieder Pässe begutachtet und dann gings endlich zum ersten Punkt, der Laguna Blanca (Weißer See), wo wir erstmal frühstückten. Dann weiter zur Laguna Verde (Grüner See) und dann durch die Salvador Dalí Wüste zum (viel zu frühen) Mittagspunkt, wo wir uns vorher noch mal in Thermen baden konnten.
Von da aus fuhren wir zu anderen Geysiren mit Namen Sol de la Manana (Morgensonne), die aber nicht Wasser speiten sondern eher Schlamm und Moddä enthielten und entsetzlich nach Schwefel stanken.
Das war auch gleichzeitig der höchste Punkt der Reise - auf 4900m!!! Was man auch schon merkte, denn wir hatten schon im Sitzen ordentlich zu tun und hechelten vor uns hin.
Doch da gab es noch einige Blödls, die damit Fahrrad rumturnten!!! Und das bei Kälte, super viel Wind und der Höhe!!! Also sowas habe ich noch nie gesehen, und Frauen waren auch dabei. Und es waren nicht nur ein, zwei, sondern so an die 11 Mann!!!
Naja, dann ging wieder an den Abstieg, zur "Endstation" Laguna Colorada (Gefärbter See), der wirklich richtig rot war, mittendrin weiße Inselchen hatte und davor grasten Lamas - wunderschön!
Hat sich echt gelohnt.
Von da an fuhren wir zurück und das war auch das Ende meiner Atacamareise, denn den nächsten Tag gings zurück.

Bald bin ich nun wieder zu Hause und bringe neben Fotos auch noch unglaubliche Erinnerungen mit. Ich denke ich kann ohne Zweifel sagen, dass es das beste Jahr meines Lebens war und sein wird...

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