Monday, September 11, 2006

Matrimonio segundo

Ich wurde am Dienstag Mittag völlig überraschend angerufen und zu einer weiteren Hochzeit eingeladen. Das wäre ja gar nicht mal so verkehrt, wenn ich IHN nicht erst einmal getroffen hätte. Tja, wie auch immer, ich war weder in der Stimmung abzulehnen, noch hatte ich einen Grund. Nein, stattdessen hatte ich nach fünf weiteren Minuten "etwas" für Freitagabend.
Bereits auf dem Hinweg hatten wir leichte Schwierigkeiten den Ort der Festivitäten zu finden (wie ungewöhnlich: eine Universität - aber wunderschön), aber ich sollte am Ende des Tages (bzw. am Anfang des nächsten ;)) merken, dass das noch nicht alles war, was er zu bieten hatte. Naja, aber ich greife vor. Wie gesagt, die Hochzeit war dann auch wirklich toll, besonders weil ich diesmal der Zeremonie in der Kirche und dem Dinner danach beiwohnen durfte, was beides wirklich schön und sehr gelungen war. Auch die Feier, also Musik und das Tanzen war toll – war einfach ziemlich gut drauf. Hab sogar zu der (unbekannten) lateinamerikanischen Musik getanzt, was ich bisher vermieden hab, weil ich einfach weder Text noch Rhythmus kenne. Naja, das Problem war dann auch mehr das Ende, denn als um fünf die Musik aufhörte und ich dann nach Hause wollte, merkte ich erst so richtig, dass mein Begleiter (José Manuel, 29) nicht mal mehr gerade laufen konnte und ich meinte, er solle vielleicht mich fahren lassen (oho) und mir den Weg sagen. Nachdem er das erst freudig angenommen hatte, wollte er dann aber wohl doch nicht, denn er stieg ins Auto und ich weigerte mich mit ihm zu fahren, denn ich hatte echt Angst. Zu dem Zeitpunkt hoffte ich noch mit seinem Freund, den ich bereits einmal getroffen hatte, mitfahren zu können, doch der war dann verschwunden und so hatte ich keine große Wahl. Allerdings war ich kurz davor einen Freund anzurufen, aber es war ja nun schon wirklich spät. Also stieg ich in das Auto und merkte bald, dass er mir nie den Weg hätte sagen können, denn er wusste ihn selbst nicht. Und so befanden wir uns ungefähr eine Stunde in den Eingeweiden von Santiago, während er immer mal telefonierte ohne auf die Straße zu blicken, sodass ich das Lenkrad nehmen musste - was für ein Spaß - oder wirklich jedes Mal mit kreischenden Reifen losfuhr und sich lachend wunderte, warum ich denn Angst hätte und böse auf ihn sei. Ich war dann heilfroh als ich Straßen wieder erkannte (nachdem ich uns so gut wie gerettet hatte, denn mein Gefühl sagte mir in etwa die richtige Richtung ohne wirklich zu wissen, wo wir waren außer, dass es falsch war) und dachte, dass ich notfalls nach Hause fahren oder auch hätte gehen können. Aber ich kam dann doch noch nach Hause und ich war halb sieben im Bett!!!!!!!
Nächsten Tag rief er an, ich drückte ihn weg und schaltete mein Handy aus, woraufhin ich dann eine SMS vor ihm bekam. Hab nicht vor noch mal mit ihm wegzugehen, aber wenigstens hat er sich entschuldigt... - aber ehrlich gesagt, war das die erste etwas negativ angehauchte Erfahrung hier in Chile.

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