Friday, February 09, 2007

Einmal Grenze und zurück

Ja, also gestern (8.2.2007) sollte meine kleine große, sehr spontane Reise nach Argentinien losgehen, um endlich mein Visum irgendwie zu kriegen. Und zwar hatte mir da der Papa von Matías geholfen, der früher Diplomat war und daher noch gute Freunde und Kontakte in der Botschaft hat. Ich hatte ihm schon vor einer Weile meine ganzen Papiere gegeben, mit denen ich schon zweimal versucht habe ein Visum für Chile zu kriegen. Naja, die hat er dann an einen Freund weitergereicht und vor ein paar Tagen mehr erhielt ich dann einen Anruf von Matías, der mir mitteilte, dass ich nur nach Mendoza (Argentinien) reisen müsste und dort ins Chilenische Konsulat, alle wüssten Bescheid, dass ich komme, es sollte keine Probleme geben.
Naja, dem war aber nicht so.
Nach einer erstmal erschöpfenden, kopfscherzbereitenden Suche nach einem Bus nach Menoza (es fahren viele, aber keine findet das nötig auf seiner Homepage zu verzeichnen oder überhaupt den Hörer wegen eines Anrufs abzunehmen); stand dann fest, dass ich Donnerstag um 13.40 reisen , dort gegen acht Uhr abends ankommen und übernachten würde und den nächsten Morgen zum Konsulat gehen und mein Visum nach etwas Papierarbeit kriegen würde.
Naja, soweit kam ich ja gar nicht. Zwar fand ich den Bus, bestieg ihn auch erfolgreich und kam auch bis in die unglaublich schöne Kordillerenkette, aber an der Grenze hörte dann die Schönheit auf...
Ich kam natürlich nicht durch. Ich setzte alles daran, denen zu verklickern, dass sie doch Bescheid wissen müssten, ob die nicht "meine Leute" anrufen könnten und all das. Naja, ncihts half und leider hat man da oben auch keinen Empfang, sodass ich ganz auf mich allein gestellt war.
Ich musste dann dort zwei Stunden in der Kälte warten, bis mich jemand zurück zum chilenischen Grenzposten mitnehmen konnte und dort musste ich auch nochmal eine Stunde oder mehr warten, und der Internationalen Polizei meinen Fall so gut wie möglich schildern. Naja, es half alle nichts, ich musste zurück. Selbst von meinem Handy konnte ich nicht anrufen, denn, wie wir heute erfuhren kann man (warum auch immer) nicht, wenn man die Grenze überquert hat (was ja nicht mal der Fall bei mir war), nicht mehr anrufen... versteh einer die Chilenen und ihre Handys!
Also immer noch so ziemlich alleine (komischerweise konnte ich aber SMS schreiben und empfangen - was ist das denn für eine Logik???), bestieg ich dann einen Minibus, denn ich wurde von der Polizei mit einem Bescheid wieder zurück geschickt. Und zwar mussten die, ob sie wollten oder nicht, mich mitnehmen. war aber nicht so schlimm.
Tja, die Moral von der Geschicht´? Ich glaube es gibt sie nicht...
Naja, zumindest einen Vorteil hat die Reise gehabt: und zwar meinte der Polizist zu mir, ich müsste mich am nächsten Tag (also heute) in Santiago in der Polizeistation melden, er würde dort anrufen und mich ankündigen und ich hätte eine Geldstrafe zu bezahlen, die er aber zu drücken versuchen würde, weil ich ja schon so viel versucht hätte.
Naja, wir also heute dahin und es lief alles viel besser. Der Komissar hat sich sehr nett um uns gekümmert, ich musste (bis jetzt) keine Strafe zahlen und sich nochmal hinter meinen Fall geklemmt, sodass wir uns am Montag mit einer Anwältin der Minsterium treffen, die meinen Fall nochmal überprüfen und testen wird. Drückt also die Daumen; es hört sich zumindest vielversprechend an!
Naja, trotz der eher schlechten Erfahrung (ihr könnt euch sich vorstellen, wie ich mich da ganz allein, ohne Telefonkontakt und nichts gefühlt habe...), die Landschaft war nicht zu verachten (auch wenn ich nur die eine Seite gesehen habe :)) - man konnte sogar einen kurzen Blick auf den höchsten Berg Südamerikas, den Mount Aconcagua, werfen, an den schon so einige ihr Leben verloren haben...und ich muss sagen, dass alle sehr nett war, Mitleid mir mir hatten, sich lieb mit mir unterhalten haben und mir geholfen haben, wo sie konnten - auch wenn sie mich nicht durchgelassen haben :)

Vielleicht ein ander Mal...
Kuss und Grüße

1 comment:

Anonymous said...

Hallo Lisa,

wir haben deinen Bericht mit Spannung gelesen. Arme Sau!
Schön aber, dass du diesem
Erlebnis auch etwas Positives
abgewinnen konntest.

Wir sind gerade zum Doppelkopf bei
euch. Haben wieder viel Spaß.

Liebe Grüße von Bernd und Sabine