Monday, July 30, 2007

Verrückte Rückkehr

Am 26. Juli ging es ab 12.00 chilenischer Zeit (dt. Zeit 18.00 Uhr) los "a la vuelta" nach Deutschland.
Nach tränenreicher Verabschiedung von meiner Familie, war ich nun auf mich allein gestellt.
Nachdem ich erstmal aus meinem hinteren Sitz im Flugzeug von den Saftschubsen verbannt worden war, bekam ich eine Viererreihe für mich alleine und war schon ganz freudig, doch bekam ich noch eine Begleiterin, was allerdings immer noch besser war als ein Platz alleine zu haben. Allerdings wusste ich da noch nicht, dass sie sich ganz frech die nächsten Stunden auf drei Liegen verteilen sollte, nur damit ich im Endeffekt wieder alleine nur einen Platz hatte. Das vergalt ich ihr aber, indem ich es ihr gleichtat, als sie mal kurz auf Toilette verschwand und da sah sie wohl ein, dass das weniger lustig war...
Als wir dann mit einer Stunde Verspätung (und ich drei Stunden Schlaf - wegen 6 h Zeitraub) in Madrid ankamen, wurde mir klar, dass ich mein Anschlussflug verpassen würde, denn meine geplante 2h Pause zwischen den Flügen wurde durch die Verspätung schon um eine Stunde verkürzt und mit Koffer greifen und etlichen Verirrungen kam ich eine Viertel Stunde vor Abflug meines nächsten Fluges am Check-In Schalter nach Barcelona an, wo mir gesagt wurde, dass man mindestens eine Dreiviertelstunde vorher dort einchecken müsste - im Klartext: Flug verpasst.
Ich also hin und her, um mir einen Ersatzflug von der Gesellschaft zu organisieren, die das verpfuscht hatte (aircomet) und um weiter zu fliegen und meinen nächsten Flug nach Hamburg zu bekommen (wobei mir schon dämmerte, dass das nicht so einfach werden würde...).
Nach einer Stunde kam ich dann auch gegen ein Uhr mittags in Barcelona an (mein Anschlussflug nach HH war bereits gegen 12.30 geflogen) und versuchte erstmal mein Gepäck zu finden, dass ich zwar von Madrid nach Hamburg hatte durchschicken lassen (da ich von Barcelona nur 20 kg hätte mitführen dürfen, ich aber 40 kg hatte), aber mir wurde gesagt, wenn der Flieger eh weg sei, müsste ich meine Koffer ganz normal abholen (logisch, weil dann kommen sie ja schlecht nach Hamburg ;)) - nur waren sie leider nicht da...
Ich zur Reklamationsstelle und die mir gesagt, es gäbe keine Informationen, sie müssten sich also noch irgendwo auf dem Gelände befinden (aber wo?).
Dank der Hilfe einer weiteren Kofferlosen, konnte ich dann erstmal meine Eltern anrufen und ihnen meine Lage schildern (die zu der Zeit ja bereits auf dem Weg nach HH waren, um mich von dort 15.05 Uhr abzuholen).
Die anderen mit der Suche nach meinen Koffern beauftragt, verließ ich das Sicherheitsgelände, mir einen neuen Flug nach Hamburg zu organisieren. Also zu AirBerlin, die mir netterweise mitteilen konnten, dass es bis nächsten Dienstag (also in 4 weiteren Tagen) keinen Flüge mehr nach HH geben würde... baff...
Mit den Tränen, die mir dann kullerten, wurden die beiden Damen dann etwas weicher und boten mir Hilfe an. Zuerst konnte ich nochmal meine Eltern anrufen und ihnen mitteilen, dass es jetzt nach Berlin gehen würde - Abflug 20.25 Uhr, Landung 22.55 Uhr.
Die Fragen meines lieben Vaters waren erstmal: "Warum heulst du denn jetzt?" (mmh, mal sehen?: drei Stunden Schlaf, 6h Jetlag, ohne Essen, ohne Geld, Gepäckverlust und ganz alleine, ehrlich, Recht hatte er, ich sehe keinen Grund...) und "Wessen Schuld ist das?" (indirekte Frage für "Was hast du jetzt wieder angestellt?").
Dann durfte ich netterweise noch 120€ für die Umbuchung (und Flugdifferenz) bezahlen und dann bekam ich den Auftrag meine Koffer zu holen, damit sie nicht nach Hamburg gingen, sondern mit mir nach Berlin. Also wieder zurück durch die Sicherheitskontrolle - ich mit zwei Wintermänteln in der Hand, einem Handgepäcksrolli mit 18kg Inhalt (obwohl insgesamt nur 9 kg erlaubt waren), meinem schweren Laptop und einer dicken Tasche über der Schulter... - das musste ich in 4 verschiedenen Schachteln verteilen und zwischen Durchleuchtungsrollband und Tisch hin und her laufen, damit auch ja keiner mir was abnehme, dann selbst durch den Pipser, dann Rolli aufmachen (weil Nagelscherenset aus Versehen dort eingepackt), während nebenbei ein anderer meine Tasche durchwühlte und Geschenke zerbrach, die ich dann wegschmeißen durfte und dann wieder alles anpöhlen und gleichzeitig die zwei Teile wieder zusammenpacken - synchron, damit wieder keine was klauen würde - und dann endlich wieder Formation annehmen - Jacken über Rolli, darauf die Tasche, Laptop über Schulter, Rolli in die andere Hand, damit die nicht zusammenschlagen und los...
Bei der Gepäcksverluststätte wurde ich dann zu einem anderen Büro geschickt, von dort zu einem Gepäckband, wo ich eine halbe Stunde auf die Koffer warten sollte, die dann nicht kamen und ich wieder zurück ging, nur um zu sehen, dass die nette Empfangsdame sich verflüchtigt hatte und auch die nächsten 2 h nicht wieder auftauchte. Ich also gewartet. Das nebenliegende Büro (von vorher) nahm sich dann meiner an, rief beim anderen Büro an (2 mal), doch auch dann kam dort jemand erst eine Stunde später, nur um mich dann netterweise zusammen zu stauchen, sie sei dafür nicht zuständig und ich wieder zum anderen Büro zurückgeschickt wurde (also ganz umsonst dort gewarten, jippie), die sich dann wieder meiner annahmen und wieder suchten und wieder nichts fanden.
Halb sechs wurde mir dann gesagt, dass die Koffer endgültig nach Hamburg gehen würden (was mir eigentlich ganz lieb war, denn sonst hätte ich wahrscheinlich wegen der 20 kg Übergewicht noch 300 € bezahlen müssen und so musste ich sie halt "nur" von HH abholen) und ich verließ wieder mal das Sicherheitsgelände und begab mich nochmals zum AirBerlin Schalter, wo mich die Dame nun freundlich empfing und ich ihr von den Koffern erzählte. Daraufhin fragte sie mich, ob ich sie denn als "vermisst" gemeldet hätte, denn sonst wären sie wohl noch schwerer zu finden und so würden sie mir nach Hause geschickt - was ich natürlich nicht gemacht hatte...
Und so trieb mich das erbarmungslose Schicksal nochmal durch die Sicherheitskontrolle, nochmal musste ich Schälchen füllen, zu Bändern rennen, Koffer öffnen, Koffer packen, alles wieder hinlegen und wieder runter zu den Kofferschaltern.
Gott sei Dank ging das schnell, man gab mir eine Telefonnummer, meine Gepäcknummer und ich verließ den Sicherheitsteil wieder, um mich zum Check-In (ohne Koffer) zu begeben und von dort wieder zur Sicherheitskontrolle, wo ich "meine Beamten" mit Handschlag und Vornamen begrüßte und ich diesmal nicht malmehr meinen Rolli öffnen musste.
Dadurch, begab ich mich auch sofort zum Terminal, um noch die eine Stunde relaxt zu warten, rief noch meine Omis und Opis an und dann stiegen wir alle ein und landeten nach zwei Stunden sogar einmal pünktlich in Berlin und da ich nicht mal Koffer suchen musste, konnte ich mich gleich in die Arme und Luftballons meiner Eltern fallen lassen und meinen da schon fast vergessenen Kummer in einer Piccolosektflasche ertränken - wir hatten eine heitere Fahrt zurück ;)
Da ich ja geplanterweise ja 15.05 landen sollte, hatten wir gedacht den Abend dann mit den Omis und Opis beim Grillen zu verbringen, aber daraus wurde ja nichts und so holten wir das dann am Samstag nach, mit gleicher Wiedersehensfreude und Überschwänglichkeit.

So, und jetzt ist mein einjähriges Erlebnis zu Ende, doch was mir bleibt sind unersetzliche und schöne Erinnerungen...

7 comments:

Robad said...

welcome back, liza =)

Sebastian said...

Hallo Liza,

auch von mir -HERZLICH WILLKOMMEN- BACK IN GERMANY-, wenn man Dir auch die Rückkehr ja Koffertechnisch nicht sehr einfach gemacht hat... die Geschichte ließt sich wie " So wie es nie laufen sollten"

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