Wednesday, August 30, 2006

Domingos Farewell - Party

Ja, das nächste Wochenede sollte etwas besonderes werden, vor allem da es noch ein langes war, denn Montag und Dienstag waren zu Ehren eines Feiertages für die Jungfrau Maria ebenfalls frei. Ja, da bekam ich dann auch so langsam mein Bild von Chile als ein sehr katholisches Land - natürlich nicht nur wegen eines Feiertages, aber mir wurde schon so einiges bewusst. Z.B. hab ich hier noch kaum einen gesehen - egal, ob Mann oder Frau - der keine Kette mit Schutzpatronen (meistens Maria) um den Hals trägt.
Naja, zurück zum Wochenende. Ich hatte also bereits einiges mit Domingo, Claudia und Matias unternommen und dadurch auch deren Familien und weitere Freunde kennen gelernt. Und so wurde ich kurzum einfach mal so eben zu der Abschiedsparty von Domingo eingeladen, die aber nicht in Santiago stattfinden sollte, sondern zwei Autostunden entfernt auf der familieneigenen Farm in Santo Domingo (ist das nicht passend?) an der Küste. Ja, das stellte ich dann auch fest, dass so gut wie jede Familie einen Landsitz außerhalb Santiagos (bevorzugt natürlich am Meer) besitzt, wohin sich bei freien Tagen, Urlaub und am liebsten natürlich im Sommer zurück gezogen wird.
Dort angekommen warfen sich mir erstmal an die fünfzig Menschen an den Hals, die ich überwiegend nicht kannte... Hier in Chile ist es üblich sich, statt die Hand, einen Kuss auf die Wange zu geben - Männer untereinander einen festen Hädedruck und Klapse auf Rücken und/oder Schulter. Im Grunde genommen mag ich diese Angewohnheit, denn sie ist sehr persönlich und spiegelt absolut die Menschen wieder, die mir ALLE sehr offen, freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit begegnen. Allerdings kann es schon mal etwas länger dauern, wenn man dann solch eine Horde von Familie und Freunden vor sich sitzen hat und dich dann auch noch jeder fragt "Hola, como estas?" und du jedesmal sagen musst "Bien, y tu?" und so weiter...
Naja, nach einer annähernd halbstündigen Zeremonie dieser Art waren wir dann mit dem ersten Nationalsport der Chilenen beschäftigt - dem Barbecue (danach folgen Australienreisen, Piscola trinken, permanent das Radio durchzappen und noch einige Dinge mehr...). Was ich vergessen hatte zu erwähnen - im Vorherein wurde ich natürlich abgeholt: von Virginia (Domingos Schwester, auch Hui genannt), ihrem Freund Juan, und Huis Bruder Fernando. Tja und keine fünf Minuten später brach das Auto auf einer bergigen Straße (denn hier gitb es kaum andere) zusammen und ich wurde Augenzeuge meines ersten "Unfalls". Noch dazu war es ein VW und so war der Schuldige bald gefunden - ich, die Deutsche :). Wir hatten dadurch etwa drei Stunden Verspätung in Santo Domingo, was aber nicht weiter auffiel.
Nun hatten wir die Möglichkeit dort zu übernachten oder aber abends wieder nach Hause zu fahren. Wir blieben. Nach dem die meisten der Freunde wieder gegangen waren, veranstalteten wir noch ein weiteres Minibarbecue für uns und gingen gegen zwölf, eins in die Heia.
An dem Abend lernte ich neben weiteren Freunden meiner Freunde unter anderem auch ein paar deutschsprechende Chilenen kennen und ich sollte noch genug treffen, von denen mir gesagt wurde, dass der Deutsch spreche bzw. deutsche (Groß-) Eltern habe. Meistens kam dann aber nicht mehr als "Hallo, wie gehts dir?". Naja ist ja auch nicht so wichtig.
Nach den Tagen fuhren wir am Dienstag noch auf Renatos Farm nach El Melón, um dort eine wesentlich familiärere Abschiedsfeier mit - ja wer könnte es nicht erraten - einem Barbecue zu veranstalten.
So hatte ich meine "eigentliche" Familie das Wochenende kaum zu Gesicht bekommen, und das sollte vorerst auch weiter so bleiben...

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