Montagmorgen nach dem Mittag fing dann für mich "der Ernst der Farm" an, und zwar hatte ich, weil ich ja sonst nichts zu tun hatte, gesagt, ich würde bei der Weinernte bzw. -verpackung helfen und so tat ich dann auch. Meine erste Aufgabe war für Doofe, aber so fängt man ja an. Jeder kennt sicherlich noch diese Folie mit den Luftblasen drin, die jedes Kind so gerne platzen lässt... naja meine erste Aufgabe bestand darin diese Folie, die ungefähr handbreit war, von einer endlosen Rolle in kleine, handtellergroße Stücke zu reißen. Diese dienen übrigens dazu sie unten in die Böden der Plastikbehälter zu legen, wo dann die Weintrauben drauf kommen, damit sie nicht so sehr zerdrückt werden. Und das die ersten beiden Tage ununterbrochen. Nun gut, aber ich beschwerte mich nicht und so kam es dazu, dass ich am Ende des zweiten Tages zur eigentlichen Arbeit überging - "Peso Fijo" genannt, also "Festgewicht". D.h. im Genauen: Weintrauben wiegen - immer um die 580 gr, d.h. von 570 bis 590 gr ist alles erlaubt. Dabei da
Diese Arbeit ging von manchmal 10 Uhr morgens, manchmal 1 Uhr bis meistens spät in die Nacht, 12 oder ein Uhr - könnt euch also vorstellen, wie mir mein Rücken und meine Augen und irgendwann auch meine Hände weh taten - und ich hab das nur eine Woche gemacht, die anderen machen das insgesamt zwei Monate (wenn sie denn regelmäßig kommen würden)!!! Also Respekt an die Weintraubenverpacker...
Samstag hieß es auch noch arbeiten, wurden aber von Santiago Correa gegen Nachmittag losgeeist, um mit ihm eine andere Verpackungsanlage zu besichtigen und auf eine Früchte und Gemüseausstellung der Region zu gehen, zu der auch die Präsidentin Bachelet kam (die wir allerdings verpassten)
Das war auch schon unser einziger freier Tag und Montag sollte es schon knallhart weitergehen. Doch dem war nicht so, zumindest nicht für mich, denn an dem Tag gab es kein Peso Fijo und so entschied ich mich alleine nochmal auszureiten, mit der bereits kaputten Hose, denn das war die einizig lange, die ich mithatte, doch bis ich eins der scheuen halbwilden Pferde erstmal eingefangen hatte, verging so eine Zeit. Dann auch noch mit einem chilenischen Sattel ausstatten, was ich noch nie gemacht hatte - aber es ging ziemlich gut, wenn man mal
Nachdem ich dann zurückgekehrt war, wir zusammen gegessen hatten und ich noch mit der Lütten des Hauses (Catalina) "Phantom der Oper" gesehen hatte, ging ich mit Matías wieder an die Arbeit - bis 12 Uhr nachts.
Den nächsten Tag fuhren wir mit der Hilfe der Hausfrau zum Busterminal nach San Vicente, um von dort aus nach Santiago zu fahren, weil Matías Uniunterricht hatte und meine Woche ja auch schon vorbei war. Und so brauchten wir insgesamt tatsächlich vier Stunden, um zum Haus von Matías zu kommen, wo wir mit seinem großen Bruder uns seiner Mutti, die mich stürmisch süß empfing, Mittag aßen und ich ihm danach die Haare schnitt, was mir - ups - ein wenig zu kurz geriet...
Als er mich dann nach Hause fuhr, sollte mich noch eine kleine und große Überraschung erwarten...
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