... wünsch ich nochmal allen nachträglich, die das lesen sollten, und keine "persönlich" von mir erhalten haben.Ansonsten kommen wir zum "spannenden" Teil der Geschichte, das was sich die ganze Welt fragt: Wie habe ich, im fernen, exotischen Chile Weihnachten verbracht? Mit Truthahn, soweit ist es ja klar - das typisch
e Weihnachtsessen hier, und wat nen Vogel- wir essen heute noch daran. Naja, aber der Reihe nach. Der Tag war ziemlich hässlich (aber nicht so hässlich wie der davor, wo es sogar ein bisschen getröpfelt hat, was hier im Sommer nie vorkommt und wir ja tollerweise in den Bauarbeiten fürs Dach stecken, also, wenn es wirklich angefangen hätte, dann überflutet worden wären...), mit Wind, Wolken und relativ kühl (23°C) und so verbrachten wir i
hn hauptsächlich im Haus und ziemlich unspektakulär - bis gegen acht, neun Uhr, wo de Gäste eintrafen: die Mutter Isabels (der Hausfrau hier und Renatos Frau natürlich), ihr Bruder und dessen Familie, also seine Frau und seine drei Kinder, sowie die Schwester von Isabels Mutter und dessen Mann, die ich alle schon von dem einen Tag kannte, wo wir alle nach Rancagua sind, um den Geburtstag von Isabelita, der Tochter, zu feiern (man schaue sehr weit vorne im Blog nach...).
Tja, und dann gings auch schon los. Das erste "Unbekannte" oder Verschiedene von unserem Weihnachten ist, dass es natürlich in einem katholischen Land, religiöse Sitten gibt. D.h. wir sind zwar nicht zur Messe (den Tag danach), aber wir haben von vorbeiteten Blättern Texte abgelesen (jeder hatte so seine Rolle, außer ich natürlich, schnief), die so ähnlich waren wie Danksagungen an Jesus und so weiter...
Danach gings dann ganz unchristlich ans Geschenke auspacken, und zwar nicht ganz gesittet, wie ich es von zu Hause kenne, einer nach dem anderen - der der eins bekomm
en hat wählt das nächste aus und jeder wartet bis er dran ist - nein, die Geschenke werden mehr oder weniger in die Kinder geworfen, so schnell wie möglich wird das hinter einen gebracht, sodass man vor lauter Papier, Kindern und Geschenken nichts mehr sieht und hört. War aber auch mal lustig, wenn auch nicht ganz so feierlich. Und natürlich bin ich auch nicht leer ausgegangen, war ja ein artiges Mädchen. Und so habe ich Hand- und Haarlotion, zwei Schals, ein rosa Top, ein Badehandtuch und eine Agenda 2007 eingesackt :) - im Gegenzug gabs von mir natürlich auch was, was größtenteils aus geschickten Sachen bestand. So u.a. Schokolade, Servietten, für die Kinder Lichterketten zum selber basteln und, meine eigene geniale Idee: ich hab schon im Vorausdenken meine liebsten Weihnachtscds eingepackt, die ich dann für jede Familie gebrannt und mir aus dem Internet die Frontseite rausgesucht und kopiert habe, sodas es einig
ermaßen ansehnlich aussah. Tja, dafür muss ich mir immer wieder selbst auf die Schulter klopfen :) ...Danach gabs dann den Braten - Truthahn - normalerweise, so wie ich das mitbekommen habe - wird der hier mit Apfelmus gegessen, aber das gabs dieses Jahr nicht. Stattdessen Salat en masse und Kartoffelgratin. Und danach, wie hier so üblich, Nachtisch - eine Torte - zu der wir "lustigerweise" Feliz Cumpleanos (also Happy Birthday auf Spanisch) für Jesus gesungen haben. Dann gabs noch ein gemütliches Zusammensein und dann zogen auch alle ab und nach ungefähr drei Stunden spülen, durfte ich dann auch ins Bett ;)
Das Witzige ist, dass die Kinder hier zweimal sozusagen Bescherung haben und zwar nochmal am Tag danach. Es ist so, dass sie am 24.12. von den Eltern und dem Rest der Familie die Geschenke bekommen und am 25.12. ist es der Viejo Pascuero (wie der Weihnachtsmann hier heißt), der in der Nacht die Geschenke bringt... ja, da möchte man nochmal Kind sein, nicht wahr?!
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